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Update 2021: Was ist Robotic Process Automation (RPA)?

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Repetitive, monotone und stumpfe Aufgaben fressen im Alltag viel Zeit und sind dabei meist eher lästig und langweilig. Das muss aber nicht sein, denn genau solche Aufgaben können automatisiert werden. Die robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) hilft dabei, nicht täglich gebetsmühlenartig die Copy-Paste-Tasten drücken zu müssen oder mühselig Daten von Hand in ein System einzutragen.

Robotic Process Automation (RPA) ist kein T800 

Bei Robotic Process Automation handelt es sich nicht etwa um physische Roboter, die Menschen im Unternehmen ersetzen. RPA bezeichnet das Automatisieren von Geschäftsprozessen durch digitale Software-Roboter, sogenannte RPA-Bots. RPA automatisiert sich wiederholende, regelbasierte Arbeitsaufgaben, die auf digitalen Daten beruhen. Zu diesen Aufgaben gehören Abfragen, Berechnungen, das Erstellen und Aktualisieren von Datensätzen, das Ausfüllen von Formularen, das Erstellen von Berichten, das Ausschneiden und Einfügen sowie andere hochvolumige, transaktionale Aufgaben, die das Verschieben von Daten innerhalb und zwischen Anwendungen erfordern.

RPA zielt darauf ab, die Effizienz zu verbessern, die Produktivität zu steigern und Geld zu sparen, indem es die routinemäßigen und fehleranfälligen digitalen Verarbeitungsaufgaben, die in vielen Unternehmen immer noch von Menschen erledigt werden, unterstützt - oder ganz ersetzt. Richtig gemacht, spart RPA den Unternehmen nicht nur Zeit und Geld, sondern setzt auch Mitarbeiter frei, die sich auf höherwertige Anforderungen konzentrieren können.

Denn ein Software-Roboter ist rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr einsetzbar, beansprucht keinen Urlaub und ist nie krank. Während ein Mensch bei 220 Arbeitstagen im Jahr und einer 40-Stunden Woche auf 1.760 Arbeitsstunden kommt, kann ein Bot theoretisch 8.760 Stunden arbeiten – und das bei höherer Geschwindigkeit. Laut der Unternehmensberatung Deloitte können in einzelnen Prozessen 60 bis 80 Prozent der Ressourcen eingespart werden. Bei standardisierten Backoffice-Aufgaben liegt der Schnitt in der Regel bei 25 bis 40 Prozent.

Wie arbeitet ein Software-Roboter?

Ein Software-Roboter arbeitet auf der Oberflächen- und Benutzerschnittstellenebene, indem er die Tastenanschläge und Mausklicks menschlicher Mitarbeiter nachahmt und die Aufgabe auf ähnliche Weise erledigt, wie es Mitarbeiter tun, indem sie sich bei Anwendungen anmelden, Daten eingeben, Berechnungen durchführen und sich wieder abmelden. Dazu werden Integrationsskripte entwickelt, mit denen Informationen aus Systemen abgerufen und in andere Systeme übertragen werden. Die Skripte sind so konzipiert, dass sie die Aktionen einer Person replizieren, die mit diesen Systemen oder Dokumenten interagiert, für die in der Regel keine wirksamen APIs vorhanden sind. Ein RPA-Tool arbeitet, indem es einen Prozess abbildet, dem der Software-Roboter über Computerpfade und verschiedene Datenspeicher folgen kann, so dass RPA anstelle eines Menschen operieren kann.

So erkennt ein Software-Roboter zum Beispiel, wenn jemand wiederholt die selben Dinge eingibt und kann die Formulare selbst ausfüllen. Robotergesteuerte Prozessautomatisierung wird also zur Oberflächenautomatisierung genutzt. Das Ziel: Möglichst wenig menschliche Interaktion.

Anders als ein menschlicher Mitarbeiter benötigt der Bot jedoch keinen physischen Bildschirm, um die Aufgabe zu erledigen, sondern führt die Prozessschritte der Aufgabe in einer virtuellen Umgebung aus.

Wo kommt Robotic Process Automation her?

Die robotergestützte Prozessautomatisierung, die digitale Routineaufgaben automatisiert, die früher von Menschen ausgeführt wurden, hat einen langen Stammbaum, der bis zur Einführung von Makros in den 1950er Jahren zurückreicht. Der Begriff selbst und die Kerntechnologien, die den heutigen Produkten zugrunde liegen, sind neueren Ursprungs. Anfang der 1980er Jahre entwickelten Banken Data-Scraping-Anwendungen, um Daten aus verschiedenen Finanzdatendiensten wie Reuters zu erfassen. In den nachfolgenden Jahren wurden immer ausgefeiltere Tools entwickelt, um Daten aus Mainframe-Terminalanwendungen auszuschneiden und in modernere Webanwendungen einzufügen. Der wirkliche Ursprung von RPA ist daher schwer zu bestimmen, zumal die Automatisierung als Prinzip seit Jahrzehnten die treibende Kraft der IT ist.

Geistiger Urvater des Begriffs Robotic Process Automation ist zweifelsfrei Phil Fersht, Gründer und Chefanalyst von HFS Research, der den Begriff "Robotic Automation" in dem Blog Post „Greetings from Robotistan, outsourcing’s cheapest new destination“ 2012 erstmals benutzte. Wenig später im selben Jahr fügte Pat Geary, RPA Chef-Evangelist und Marketingleiter bei Blue Prism, das Wort "Process" hinzu, um eine neue Kategorie der Automatisierung zu bezeichnen, die das Business Process Outsourcing (BPO) und das Geschäftsprozessmanagement ergänzen sollte. Letztendlich basiert RPA auf den Schlüsseltechnologien: Screen Scraping, Workflow-Automatisierung und Künstliche Intelligenz. Screen Scraping ist die Methode, um Bildschirmanzeigedaten von einer Anwendung zu sammeln und zu übersetzen, damit eine andere Anwendung sie anzeigen kann. Dies geschieht normalerweise, um Daten aus einer Legacy-Anwendung zu erfassen und über eine modernere Benutzeroberfläche anzuzeigen. Es wird manchmal mit dem Scraping von Inhalten verwechselt, bei dem manuelle oder automatische Mittel verwendet werden, um Inhalte von einer Website zu rippen. Sehr oft bezieht sich Screen Scraping auf einen Webclient, der die HTML-Seiten der Zielwebsite analysiert, um formatierte Daten zu extrahieren. Workflow-Automatisierung ist eine Technologie, die regelbasierte Logik verwendet, um manuelle Arbeit wie die Dateneingabe zu automatisieren. Durch die Nutzung selbstoperierender Prozesse, die manuelle Aufgaben ausführen, kann die Workflow-Automatisierung Unternehmen helfen, Zeit und Geld zu sparen, Fehler zu verringern und die Produktivität zu steigern.

Künstliche Intelligenz besitzt die Fähigkeit von Computersystemen, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliches Eingreifen und Intelligenz erfordern. Während jede dieser Automatisierungstechnik schon für sich einen Fortschritt bedeutet, macht die Entwicklung und Bereitstellung der Roboterautomatisierung und ihre Fähigkeit, bestimmte Elemente all dieser Technologien zu kombinieren, zu verfeinern und neu zu definieren, RPA tatsächlich zu einer sehr wirkungsvollen technologischen Plattform.

Wie profitieren Unternehmen von einem RPA-Bot?

Der Einsatz von RPA bringt Unternehmen zahlreiche Vorteile:

Erstens besteht keine Notwendigkeit, menschliches Gehirn für Aufgaben zu verschwenden, die von Softwarerobotern viel besser, schneller und günstiger ausgeführt werden können und somit oft qualitativ hochwertiger abgeschlossen werden. Mitarbeiter müssen sich nicht mit simplen, monotonen Aufgaben befassen, sondern können den Herausforderungen nachgehen, die das Unternehmen wirklich voranbringen. So bleibt zum Beispiel mehr Zeit, sich um die Kunden zu kümmern oder Innovationen voranzutreiben. Damit können die Mitarbeiter höherwertige Beiträge zu Bereichen wie Kundenzufriedenheit, Innovationen und Skalierbarkeit leisten. Richtig eingerichtet, führen Bots den Prozess jedes Mal auf die gleiche Weise aus und ermüden nicht, was die Fehlerquote und Inkonsistenz reduziert.

Zweitens verbessert die Automatisierung die Zeit und Genauigkeit der Prozesse, indem menschliche Fehler und die Notwendigkeit, sie zu korrigieren, beseitigt werden. Dies führt auch zu einer besseren Kundenerfahrung, einem höheren NPS (Net Promoter Score) und einer geringeren Kundenabwanderung.

Drittens bietet es Unternehmen eine Möglichkeit, Teile kritischer Geschäftsprozesse zu automatisieren, ohne die kostspieligen Altsysteme, die sie unterstützen, ersetzen zu müssen, da RPA auf der Ebene der Benutzeroberfläche arbeitet. Vielmehr ist RPA außerdem schnell und einfach implementier- sowie flexibel anpassbar und lässt sich gut in Altsysteme ohne aufwendige und kostspielige (Schnittstellen-) Programmierung integrieren.

Viertens erhöht RPA die betriebliche Flexibilität, verbessert die Möglichkeiten zur Prüfung der automatisierten Prozesse und gewährt Einblicke, anhand derer vorhandene Probleme in den Prozessen erkannt, analysiert und proaktiv verbessert werden können. Außerdem wird die menschliche Interaktion mit sensiblen Daten reduziert, wodurch das Betrugspotenzial verringert wird.

RPA-Use-Case: Personalmanagement automatisieren

Ein Blick in die HR-Branche: Gerade im Personalbereich können zahlreiche Prozesse automatisiert werden. Von einfachen Gehaltsabrechnungen und Berichten, über die Talentakquise und Rekrutierung, bis hin zu Mitarbeitereinweisungen oder einer Übersicht über die benötigte Anzahl an Arbeitskräften und weiterem Datenmanagement. Personalabteilungen können von digitaler Unterstützung profitieren und sich auf andere Herausforderungen, wie etwa das Führen von Einstellungsgesprächen oder Lösen von Konflikten, konzentrieren.

Konkret können RPA-Bots zum Beispiel das Lebenslauf-Screening übernehmen und die Informationen mit den Anforderungen aus der Stellenanzeige vergleichen. Die besten Kandidaten erhalten dann eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, die anderen einen Ablehnungsbescheid. Des Weiteren können Angebote, zum Beispiel für freie Mitarbeiter, nach festen Vorlagen ausgefüllt werden. Muss ein neuer Mitarbeiter eingearbeitet werden, ist es notwendig neue Daten in das System zu integrieren, wie etwa Mail-Adressen, Zugriffsrechte oder Passwörter. Hierbei hilft die Prozessautomatisierung und legt automatisch neue Benutzerkonten an. Reise- und Spesenabrechnungen können ebenfalls automatisiert erfolgen und viel Papierarbeit ersparen. Die Mitarbeiterdatenbank bleibt somit deutlich übersichtlicher sowie fehlerfreier. Um die Produktivität des Unternehmens zu sichern, kann die Anwesenheit der Angestellten getrackt werden.

Zusammengefasst: Möchte ein Unternehmen schnell wachsen, so kann Prozessautomatisierung viel Zeit sparen – die richtige Strategie vorausgesetzt.

Typische Aufgaben eines RPA-Bots

Nahezu alle wiederkehrenden Routineaufgaben lassen sich automatisieren. Typische Aufgaben, die ein Software-Roboter ausführt, sind

Starten und Verwenden verschiedener Anwendungen

  • E-Mails und Anhänge öffnen
  • Anmelden bei Anwendungen
  • Dateien und Ordner verschieben

Integration in Unternehmenstools

  • Herstellen einer Verbindung zu System-APIs
  • Lesen und Schreiben in Datenbanken

Datenverarbeitung

  • Scraping von Daten aus dem Web einschließlich Social Media
  • Befolgen Sie logische Regeln wie "Wenn / Dann" -Regeln
  • Berechnungen durchführen
  • Informationen aus Dokumenten extrahieren
  • Eingabe von Daten in Formulare
  • Extrahieren und Neuformatieren von Daten in Berichte oder Dashboards
  • Zusammenführen von Daten aus mehreren Quellen
  • Daten kopieren und einfügen

Attended oder Unattended – das ist hier die Frage?

Attended (teilautomatisierte) und unattended (automatisierte) RPA-Bots sind zwei Modi, die mit oder ohne menschliches Eingreifen funktionieren können. RPA-Bots können sowohl im "attended" als auch im "unattended" Modus arbeiten. In der Regel auf Front-Office-Aktivitäten ausgerichtet, werden attended Bots in einer Situation erstellt, in der es nicht möglich ist, den gesamten End-to-End-Prozess zu automatisieren. In solchen Fällen wird der RPA-Bot durch Ereignisse auf Systemebene ausgelöst und arbeitet mit menschlichen Mitarbeitern zusammen, um Daten zu übertragen. Unattended Bots arbeiten unabhängig und ohne menschliches Eingreifen. Sie wurden entwickelt, um die zeitintensiven manuellen Aufgaben zu übernehmen und im Hintergrund auszuführen, ohne dass ein Mitarbeiter Eingaben machen oder eingreifen muss. Ein unattended Software-Bot kann wiederholte, regelbasierte Aufgaben - häufig Backoffice-Aktivitäten -, die einem vordefinierten Muster oder einer Reihe von Schritten folgen, jedes Mal auf die gleiche Weise ausführen.

Als Digital Worker wird ein unattended Bot normalerweise remote ausgelöst, um hinter den Kulissen zu laufen. Unbeaufsichtigte Bots können automatisch durch ein Ereignis ausgelöst werden oder zu einem bestimmten Zeitpunkt gestartet werden, um in einem Batch-Modus-Modell rund um die Uhr beispielsweise Stapeloperationen auszuführen. Unattended Bots können unbeaufsichtigte Kundendaten aus einer Tabelle extrahieren und automatisch in die erforderliche Anwendung eingeben. Vorwiegend werden unattended Bots im Backoffice verwendet, wo große Datenmengen gesammelt, sortiert, analysiert und ausgezahlt werden.

Wenn es unmöglich ist, einen Prozess von Anfang bis Ende vollständig zu automatisieren, können Menschen und Software-Bots ihre Stärken kombinieren, um die Arbeit effizienter zu erledigen. Mit anderen Worten, attended Bots werden für Prozesse erstellt, die menschliche Eingaben erfordern. In der Regel wird der attended Bot manuell ausgelöst und arbeitet lokal auf dem Computer des Mitarbeiters und führt die routinemäßigen, regelbasierten Komponenten des Prozesses aus, während der Mitarbeiter sich auf die Arbeit konzentriert, die Fachwissen, menschliches Urteilsvermögen, Einfühlungsvermögen, Kreativität und/oder strategisches Denken erfordert. Häufig werden attended Bots in komplexeren, länger laufenden oder Front-Office-Prozessen verwendet, in denen sie als virtuelle Assistenten fungieren. Beispielsweise könnte ein attended Bot mit einem Call Center-Agenten zusammenarbeiten und Kundendaten von einem System auf ein anderes übertragen, während der Agent weiterhin mit dem Kunden spricht. Dies erhöht die Effizienz und schafft ein besseres Kundenerlebnis.

Ob ein attended oder unattended Bot die richtige Wahl ist, hängt von der Zeitperspektive und bestimmten Kontextmerkmalen ab. Als Faustregel gilt: Attended Bots für kurzfristige Effizienz und unattended Bots für längerfristige Automatisierungsstrategien. Eine differenziertere Entscheidung bezüglich einer optimalen Automatisierungslösung kann nur durch sorgfältige Prüfung der kontextuellen Besonderheiten getroffen werden.

Welche Geschäftsprozesse können durch RPA automatisiert werden?

RPA ist nicht für jeden Geschäftsprozess geeignet. Die Automatisierung eines geschäftskritischen, langlaufenden und komplexen Geschäftsprozesses ist typischerweise eine Aufgabe für die IT-Abteilung, die API-basierte Automatisierung einsetzt. Tatsächlich stellte Gartner in seinem Magic Quadrant zu RPA vom Juli 2019 fest, dass das Wort Aufgabe im RPA-Akronym zutreffender wäre als Prozess.

Prozesse, die für RPA am besten geeignet sind, weisen einen hohen Transaktionsdurchsatz strukturierter digitalisierter Daten mit relativ festen Verarbeitungspfaden und/oder Benutzeroberflächen auf, die sich nicht häufig ändern und regelbasiert sind. RPA-Tools funktionieren am besten, wenn sie direkten Zugriff auf die Daten und Anwendungen haben.

Hier sind einige Merkmale, die einen Prozess für RPA geeignet machen:

  • Er ist hochvolumig und repetitiv.
  • Er stützt sich auf strukturierte digitale Daten.
  • Er hat klare Geschäftsregeln und geringe oder keine Ausnahmeraten.
  • Er ist anfällig für Fehler, wenn menschliche Arbeitskräfte eingesetzt werden.
  • Er ist zeitkritisch oder stark saisonabhängig.

Geschäftsprozesse und die dazugehörigen Anwendungen sollten stabil sein, bevor RPA eingesetzt wird. RPA eignet sich gut für einfache Anwendungen, die mit hohem Volumen ablaufen.

Generell lassen sich nahezu alle datengetriebenen Unternehmensprozesse sich automatisieren. Bots können sich ständig wiederholende Prozesse übernehmen. Automatisierung kann bei einfachen Aufgaben, wie dem Ausfüllen einer Vorlage, beginnen, kann aber am Ende wesentliche, komplexere Herausforderungen in der Buchhaltung, im Rechnungswesen, dem Personalmanagement oder der Logistik übernehmen. So kann ein RPA-Bot zum Beispiel die Zeiten von Mitarbeitern automatisch erfassen, Lagerbestände und Warensendungen überwachen oder Abrechnungen erstellen. Auch für Kunden kann die Automatisierung von Prozessen hilfreich sein, wenn etwa Unterschriften automatisch geprüft oder Genehmigungen eigenständig erstellt werden. Backoffice-Prozesse werden so deutlich effizienter.

RPA-Beispiele

Robotic Process Automation kann in einer Vielzahl von unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden.

Hier sind nur einige der zahlreichen Anwendungsbeispiele:

RPA in Finance

Finanzdienstleistungsunternehmen müssen bergeweise Gewinn- und Verlustberichte verfassen. Meist tippen Mitarbeiter die Daten manuell ein. Ein fehleranfälliges, zeitaufwändiges und monotones Verfahren, das ein RPA-Bot nach nur einem Mausklick deutlich schneller und effizienter erledigen kann.

RPA bei Kundenbetreuung

Ein anderer Ansatzpunkt für Prozessautomatisierung sind Kundencenter. Oft müssen Mitarbeiter die Kunden in eine Warteschleife schicken, um Informationen in verschiedenen Systemen zusammen zu suchen. Ein Roboter kann solche Prozesse leicht übernehmen, während der Mitarbeiter weiter mit dem Kunden spricht.

RPA in der Versicherung

Versicherungen sind eine weitere Branche mit vielen sich wiederholenden Prozessen, die sich gut für die Automatisierung eignen. Obwohl Versicherungen bei der Einführung von RPA hinter den Banken hinterherhinken, werden einige Anwendungsfälle in der Versicherung bereits erfolgreich automatisiert. Dazu gehören verschiedene Schadenbearbeitungsvorgänge, Richtlinienverwaltung, Underwriting, Prozesse, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und mehr.

RPA im Gesundheitswesen

Für Unternehmen des Gesundheitswesens ist die Genauigkeit und Einhaltung aller internen Prozesse von grundlegender Bedeutung, da die Gesundheit und das Wohlbefinden der Patienten von ihnen abhängen. Aus diesem Grund nutzen vor allem große Krankenhäuser die Automatisierung von Roboterprozessen, um das Informationsmanagement, die Bearbeitung von Versicherungsansprüchen, Zahlungszyklen, das Rezeptmanagement und andere Prozesse zu optimieren. Dies führt zu weniger Fehlern und einer besseren Patientenerfahrung.

RPA im Einzelhandel

Einzelhandelsunternehmen investieren stark in die Automatisierung, um das Kunden- und Mitarbeitererlebnis zu verbessern. Beliebte Anwendungen von RPA im Einzelhandel sind Betrugserkennung, Lager- und Auftragsverwaltung, Kundenfeedbackverarbeitung und Kundenbeziehungsmanagement.

Branchenübergreifende RPA-Anwendungsfälle

Einige Prozesse, die mit RPA automatisiert werden können, sind in jeder Branche zu finden.

Hier sind nur einige davon:

  1. Humanressourcen: HR-Prozesse umfassen viel Informationsmanagement und Standardisierung in vielen Systemen und Anwendungen, wodurch sie sich gut für die Automatisierung eignen.
  2. Finanz- und Rechnungswesen: Dieser Bereich bietet viele Automatisierungsmöglichkeiten, da die Prozesse hauptsächlich regelbasiert sind und ein hohes Maß an Genauigkeit und Geschwindigkeit erfordern. Einige gängige RPA-Anwendungsfälle in diesem Bereich sind Auftragsverwaltung, Abrechnung, Buchhaltung und Abstimmung.
  3. Beschaffung: Aufgrund der Struktur der in den Prozessen verwendeten Dokumente und Informationen ist die Beschaffung eine ausgezeichnete Wahl für die Automatisierung. Zu den Anwendungen von RPA gehören hier die Rechnungsbearbeitung, die Bestellverwaltung und die Vertragsverwaltung.

Gibt es beim Einsatz von RPA Sicherheitsrisiken?

RPA bringt auch Sicherheitsrisiken mit sich, aber nicht die, die vielfach erwartet werden. Bislang hat es bei RPA-Implementierungen keine großen Datenverstöße gegeben. Das liegt zum großen Teil daran, dass die Technologie als obere Schicht funktioniert und nicht in die unteren Schichten integriert ist, in denen sich die Daten befinden. Gleichwohl gibt es Sicherheitsrisiken. Dazu gehören Betrug, unangemessener Zugang zu sensiblen Daten, die Möglichkeit, die Verfügbarkeit und Kontinuität des Systems zu beeinträchtigen, und der Missbrauch von Verwaltungsprivilegien.

Der Einsatz von RPA erfordert Change Kommunikation

Herausforderungen, die ein Wandel mit sich bringt, Ängste vor Arbeitsplatzverlusten und Berichterstattung in den Medien können potenziellen Widerstand zur Folge haben und sogar Automatisierungspläne sabotieren. Aus Sicht des Mitarbeiters ist Automatisierung nicht immer ein positives Thema. Viele fürchten um ihre Arbeit. Im Allgemeinen ist dies jedoch nicht das Ziel, das Unternehmen verfolgen: Der Fokus liegt mehr auf der Fehlerreduzierung und einer Steigerung von Qualität und Produktivität. Ausschlaggebender Erfolgsfaktor für die Automatisierung ist deshalb die Kommunikation im Rahmen des Change Managements.

Unternehmen sollten daher

  • die Mitarbeiter frühzeitig und transparent über Sinn, Zweck und Ziel der Automatisierung Informieren,
  • Vorurteile und Ängste reduzieren und die Notwendigkeit und die Vorteile der Automatisierung hervorheben,
  • aktiv einzelne Phasen des Veränderungsprozesses begleiten und die Mitarbeiter für die Automatisierung mobilisieren.

Kommunikation ist in diesem Fall keine einmalige Aufgabe, sondern wird das Unternehmen während des gesamten Projekts begleiten. Es ist daher ratsam, standardisierte Verfahren und Formate zu entwickeln und bestimmte Kommunikationskanäle einzurichten, damit das Projekt erfolgreich und effizient kommuniziert werden kann.

Wie können Mitarbeiter von Robotic Process Automation profitieren?

Eine Prozessautomatisierung mittels RPA bedeutet übrigens nicht, dass Menschen Jobs verlieren. Im Gegenteil: Sie werden durch das Wegfallen der lästigen Routineaufgaben entlastet und können ihr Know-how gezielt für wichtigere Herausforderungen einsetzen. Außerdem bieten immer mehr Dienstleister Weiterbildungen und anerkannte Zertifikate im Bereich der Prozessautomatisierung an. So erhalten Unternehmen die Möglichkeit ihre freigewordenen Arbeitskräfte zu Automation Experts fortzubilden und intern für die Analyse sowie Optimierung verschiedener Prozesse einzusetzen. Übrigens sparen Unternehmen sich somit die Kosten für teure Beratungsfirmen und externe RPA Developer.

Hier eine kleine Aufzählung möglicher Berufsbezeichnungen und Aus- oder Weiterbildungen im Bereich der Prozessautomatisierung:

  • Automation Strategist
  • RPA Developer
  • Cloud Automation Engineer
  • Citizen Expert

Die Zukunft der Prozessautomatisierung bleibt außerdem nicht nur den Unternehmen vorbehalten. Auch Privatpersonen, die sich beruflich umorientieren möchten oder einfach nur eine Spezialisierung anstreben, erhalten die einzigartige Gelegenheit, in einem noch jungen aber rasant wachsenden Bereich Fuß zu fassen und Karriere als RPA-Experte zu machen.

Die Zukunft der RPA-Branche

Der Markt für Robotic Process Automation wächst kontinuierlich. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Technologie bereits. In einer Studie der Unternehmensberatung PwC mit 141 befragten Unternehmen gaben über die Hälfte an, bereits mit robotergestützten Prozessautomatisierung zu arbeiten. Mehr als ein Drittel der Firmen, die noch keine Bots nutzen, wollen der Studie zur Folge bald nachziehen. Die häufigsten Einsatzbereiche sind das Controlling, das Berichtswesen, die Qualitätssicherung und die Validierung von Daten. In einigen Fällen nutzen Unternehmen RPA sogar für Kundenkontakt (Chatbots) oder Preisverhandlungen.

Marktführer im Bereich der robotergestützten Prozessautomatisierung sind, laut einer Studie des Beratungsinstituts BARC, die Unternehmen UiPath und Automation Anywhere. Außerdem bieten Pegasystems, Blue Prism und Kofax RPA-Lösungen an. Laut einer Marktübersicht des Beratungsunternehmens Gartner, dominieren die USA bisher den Softwaremarkt mit über 50 Prozent Marktanteil.

Der Markt für Prozessautomatisierung ist noch sehr jung und mit einem Marktanteil von knapp 850 Millionen Dollar auch noch relativ klein. Dafür gehört er allerdings zu einem der am schnellsten wachsenden Software-Bereiche der Digitalisierung. Laut einer Studie von Gartner stieg dieser nämlich 2018 um ungefähr 63 Prozent und bis zum Jahr 2024 soll sich das Marktvolumen sogar verdreifachen.

Auswirkungen und Technologische Aussichten

An Meinungen darüber, wie die Zukunft von RPA aussehen wird, mangelt es nicht. Nach dem aktuellen Stand der Automatisierung von Roboterprozessen und den neuesten Trends lassen sich verschiedene Arten der Entwicklung vorhersagen. Wie sieht die Zukunft von RPA aus?

Automatisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsplätze wird die Akzeptanz der RPA-Technologie in Unternehmen beschleunigen, da immer mehr Unternehmen die Früchte einer erfolgreichen Implementierung von RPA- und KI-Technologien ernten. Zudem wird es zu einer Konvergenz von digitalen und menschlichen Arbeitskräften kommen. Softwareroboter werden die Arbeit der Menschen erweitern, indem sie die mühsamsten, sich wiederholenden Probleme übernehmen. Dies wird zur Schaffung digitaler Arbeitskräfte führen, die eng mit den menschlichen Arbeitskräften zusammenarbeiten.

Darüber hinaus wächst das Interesse an neuen Technologien, die RPA und Künstliche Intelligenz kombinieren. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) wird aus der Robotic Process Automation die Cognitive Process Automation. Diese Tools können sich selbst korrigieren und aus Fehlern lernen, um Prozesse stetig zu verbessern. Die intelligente Automatisierung bietet ​​durch die Automatisierung von urteilsbasierten Prozessen mit unstrukturierten und nicht digitalen Daten viel größere Möglichkeiten.

Insgesamt werden in der Zukunft Technologien wie Künstliche Intelligenz, Business Process Management, Optical Recognition (OCR), Machine Learning (ML) und andere in Kombination mit RPA verstärkt eingesetzt, um eine effektivere Automatisierung zu ermöglichen. Obwohl die Popularität der RPA-Technologie stetig zunimmt, sind sich Analysten einig, dass Unternehmen, die ausschließlich auf RPA setzen, zu kurz springen, da RPA, obwohl sich Software-Bot hervorragend als Start in die Automatisierung eignet, nur begrenzte Möglichkeiten zur Skalierung bietet. 

Die Zukunft der Technologie liegt in der Konvergenz von RPA mit Maschinellem Lernen, Orchestrierung und fortschrittlichen Analysen, die skalierbare Lösungen für die unternehmensweite digitale Transformation bieten.

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